Dienstag, 19. Januar 2010

Gutenberg und der Druck

Währenddessen man vor Gutenbergs Druckverfahren komplette Texte in Holz eingravierte oder diese vollständig abschrieb (Kopisten) nutzte dieser die einfache und geniale Methode der Einzelletterherstellung. Die einzelnen Buchstaben mussten nunmehr geschnitten und gegossen werden, um dann für die unterschiedlichsten Texte immer wieder verwendet werden zu können. Dabei wurden Setzkästen für die einzelnen Letter benutzt und die Buchstaben wurden je nach Häufigkeit vom Zentrum nach außen hin geordnet. Außerdem nutzte Gutenberg die Gesetze der Wein- und Papierpresse, um die physikalischen Druckgegebenheiten für einen gleichmäßigen Farbverlauf nutzen zu können. Die ersten Drucke beinhalteten zunächst nur den Schwarzdruck und so musste die Farbausgestaltung per Hand nachgeholt werden. Auch wenn die Fertigkeit an dieser Stelle einfach erscheint, war sie alles andere als das. So nahm allein der Guss der 100.000 Buchstabentypen für die Gutenberg-Bibel ein halbes Jahr in Anspruch und das setzen der Buchstaben dauerte 2 Jahre!
"Zur Herstellung waren neben den Setzern mindestens zwölf Drucker an sechs Pressen notwendig, daneben noch Hilfskräfte zum Einfärben, Bogenanlegen etc. Für den Druck der 1282 Seiten [Anm.: für die Gutenberg-Bibel] von 180 Exemplaren waren 230.760 Arbeitsgänge an der Presse notwendig, was mindestens 330 Arbeitstage erforderte. [...] In drei Jahren hatte bisher ein Schreiber eine einzige Vollbibel abgeschrieben, nun konnten in derselben Zeit 180 Exemplare hergestellt werden, 40 auf Pergament und 140 auf Papier." (Ebd., S. 15)

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